Du bist der Frühling

Vegan?! Ein Biss-chen extrem…

Einsamer Rufer? – Lone voice?

September19

Yufkateig gefüllt mit Bohnen, Zwiebeln, Tomatensauce und kleinen Würfeln ‘Sheeze’, mit Soja-Yoghurtsauce/Yufka leafs, filled with beans, onions, tomato sauce and small dices of ‘Sheeze’, with soy yoghurt sauce

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(please scroll down for the English version of this post)

In letzter Zeit ist mein Blog wieder etwas eingenickt. Ich habe mich statt dessen sehr auf mein Fotoprojekt “100 strangers” konzentriert. Dadurch habe ich ja auch die entzückende Zombiekatze kennen gelernt.
Wer mag, kann bei meiner Sammlung von Menschen, die ich auf der Straße anspreche und um ein Portrait bitte, vorbeischauen. Hintergründe zum Projekt gibt es hier.

Ins vegane Leben ist mehr Ruhe eingekehrt.
Nachdenklich bin ich darüber, wie ich mit manchen Verhaltensweisen im Umfeld umgehen soll. Ich habe ja mit viel Enthusiasmus versucht Menschen für veganes Essen zu begeistern. Langsam kommt bei mir nun Frust auf, weil es eine ausgesprochen einseitige Sache mit wenig Effekt ist. Klar, greift jeder gerne zu, wenn es umsonst leckeren Kuchen gibt. Auch da gilt: Hauptsache es schmeckt. Mir ist es aber noch nicht passiert, dass mich im Gegenzug einmal jemand bedacht hat.

Wenn es Kuchen für alle gibt, gehöre ich eben nicht mehr zu allen dazu und bin “irgendwie selber schuld”. Schön fühlt sich diese Außenseiterrolle nicht an. Und es geht bei dem Thema ja um viel mehr als um eine private Entscheidung, sonder darum Stellung zu einem drastischen Problem zu beziehen.
Es macht mich wütend, weil es zeigt, wie gleichgültig den anderen ist, welche Konsequenzen ihr Verbrauch an Tierprodukten hat – auch wenn sie durch mich die Alternativen kennen gelernt haben und merken, dass man genießen kann, ohne die allgegenwärtige Tierausbeutung zu finanzieren.

Auch beim letzten Treffen mit Freundinnen war es so. Die gleichen Freundinnen hatten beim vorherigen Treffen daran gedacht, etwas Veganes zu unserem Abend mitzubringen. Nun gab es außer Perlzwiebeln und Paprika aus dem Glas für mich nur die Olivencreme, die ich selbst mitgebracht hatte. Die anderen schwärmten, wie lecker Käse und Fisch sei und hauten ordentlich rein. Ob sie meine Situation überhaupt bemerkt haben, oder ob sie es bewusst übergangen haben, weiß ich nicht.

Ich habe das Thema nicht angesprochen. Es ist so etwas wie die Erschöpfung des einsamen Rufers eingetreten. Wie kann ich meine Meinung äußern, ohne eingeschnappt zu wirken, ohne nur als „komplizierter Esser“ wahrgenommen zu werden oder ohne dass die anderen nur abwehrend reagieren?
Ich denke, wann immer man alleine gegen andere steht, entstehen solche Konflikte und Frustrationen. Mich stimmen solche Momente vor allem pessimistisch darüber, wie weit eine Gesellschaft lernfähig und vor allem lernwillig ist. Es ist wohl so viel leichter, einfach so weiter zu machen, statt die Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen. Da kann man von außen herzlich wenig bewegen. Es ist hart, dabei zuzusehen, wenn man weiß, dass dieses Verhalten wahnsinnig ist und Bestandteil eines kollektiven Verbrechens an Menschen, Welt und Tieren.

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Zwischendurch ist mir noch etwas zu der üblichen Argumentation eingefallen, der Mensch sei Allesfresser und Fleisch sei ganz wichtig für die Entwicklung des Steinzeitmenschen gewesen.
Natürlich ist erst einmal nicht alles, was einmal wichtig für die Entwicklung war auch aktuell hilfreich für die Menschheit. Aber man kann auch einfach ein Rechenbeispiel daraus machen. Die Steinzeitmenschen haben zu 80% vegan gelebt. So lange mein Gegenüber nicht zu mindestens 60% vegan lebt, bin ich viel näher dran an seinem hochgeschätzten steinzeitlichen Ideal als er.
So lange er seine Ernährung also nicht entsprechend umstellt, schießt er sich mit dem Argument ins eigene Bein. Nur weil Neandertaler in harten Wintern auch mal Fleisch gegessen haben, rechtfertigt das ein radikal un-veganes Leben, wie es heute üblich ist, in keiner Weise.

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Lately, my blog has dozed off again. I focused on my photo project „100 strangers“. This is for example how I met lovely Zombiekatze.
You are welcome to visit my collection of people, I have approached in the street and ask for a portrait. You can find some information on the project here.

I feel quite settled in my vegan life.
There is some pondering, yet, how to handle certain reactions of my environment. In the beginning, I tried to inspire people with much enthusiasm to eat more vegan food. Slowly this is getting frustrating, for it clearly is a one-way road with little to no effect.
Of course, everybody tucks in, when there is yummy cake for free. But until now, not a single person bothered to return the favor. If there is ‘cake for everybody’ at work, I’m not part of everybody, any longer, and it is ‘all my fault’.

The role of the outsider is not pleasant. This is about much more than a private decision, but about taking a stand in a dramatic political and ethical issue.
People’s indifference is making me angry. It reflects, how little they care about the consequences of their consumption of animal products. Even if I was putting better solutions right in front of them. Obviously, it takes more to start a thought process.

It was the same, on my last pot luck meeting with friends. On the reunion before, most of them had brought something vegan to our evening, too. This time all I got was pickled onions and peppers, next to the olive paste I had brought, myself. The others were crazy about the fish and the cheese. Whether they even realized my situation, I don’t know. Maybe they just ignored it.

I didn’t address the subject. Have I turned into the lone voice in the wilderness? How can you address such subject, without coming across as miffed or preachy about their choices, or just being the nagging ‘picky eater’.
I guess, if you are one against many, there will be always conflict and frustration like that. Such moments set me in a pessimistic mood about the ability and above all willingness of a society to change.
To most it seems so much easier to carry on, instead of taking responsibility for their actions. It’s hard to watch, if you know for sure what happens and is labeled ‘normality’ is pure craziness and a collective crime against the world, fellow men and animals.

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In the meantime, I came up with reasoning for the common argument, humans were omnivore by nature and meat had been crucial for the development of the caveman. Of course, not everything that once had been useful for development still is for mankind, today.
But let’s just do the math. Those often cited cavemen were eating vegan 80% of the time. As long as my counterpart does not eat vegan at least 60% of the time, I am much closer to his highly estimated ideal. As long as he won’t change his diet, he will just shoot his own foot with his point.
The fact that cavemen ate a little meat in cold winters, does not justify in the slightest the radical non-vegan lifestyle of today.

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Happy End

September4

Ich habe die Dose zurückbekommen, in der ich der Mutter meiner Freundin veganen Kuchen mitgebracht hatte. Vielleicht erinnern sich einige noch. Ihre Reaktion auf ihr erstes veganes Gebäck war: “Der ist wohl vegan. Na ja, wenigstens sieht er schön aus.”

Dieser Zettel klebte am Boden:

vegan
‘War sehr lecker’

So trage ich Vorurteile ab: Mit einem Cupcake nach dem andern.
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I got the container back from my friend’s mother, whom I had brought some vegan cake. Maybe some remember. Her reaction, when I handed it to her was: “I guess it’s vegan. Well, at least it looks nice.”

There was a note pasted to the bottom: ‘Was very yummy.”

This is how I carry off prejudices: With one cupcake after the other.

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Pfeile für den Köcher -
Arrows in my quiver

September1

(Please scroll down for the English translation of this post)

Ich wollte heute einen mehr oder weniger launigen Artikel darüber schreiben, was mir noch an Antworten auf blöde Sprüche bezüglich Veganismus einfällt.

Vorher habe ich mir online die Reportage über Wiesenhof von gestern Abend angeschaut. Unter dem Eindruck würde ich am liebsten jedem, der sich über Veganer empört oder das Thema ins Lächerliche zieht, nur sagen: “Ach, halt doch einfach nur die Klappe.”

Trotzdem. Ich finde es ärgerlich, dass ich mir Gedanken darüber machen muss, wie ich dumme Kommentare im Alltag abwehre. Aber ich mag mir auch nicht ans Bein pinkeln lassen, und mich anschließend über mich selbst ärgern, weil ich sprachlos geblieben bin.
Für den Notfall will ich Antworten auf die Standard-Sprüche bereit haben, um mich ansonsten ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren: Mit wirklich interessierten Menschen sprechen und Wege finden, an dem Irrsinn, den wir Menschen veranstalten, etwas zu ändern.

Hier ein paar Alternativen dazu, dem Gegenüber einen Maulkorb zu verpassen:

Auch ohne große Schlagfertigkeit kann man den Ball einfach abgeben, in dem man zurückfragt:
“Warum fragst du mich das?”,
“Wieso erzählst du mir das?”,
“Wie kommst du zu dieser Meinung?” oder
“Und was hat das jetzt mit mir zu tun?”

Das kann man je nach Anlass und Gegenüber ganz neutral, mit echter Neugierde oder betont gelangweilt fragen.

Beharrt jemand auf seinen “Veganer sind so und so”-Vorurteilen, kann man fragen: “Wie viele Hundert Veganer in welchen Altersgruppen hast du befragt, um zu dieser Erkenntnis zu kommen?”
oder ganz einfach:
“Wie viele Veganer kennst du?” (den hat mir mneme gestern verraten)

Unterstellt jemand Veganern Humorlosigkeit, weil sie einen lahmen Spruch nicht witzig finden, kann man sagen: “Vielleicht sind Veganer humorlos. Vielleicht bist du auch nicht so witzig (originell) wie du denkst.”

oder:
„Wenn du alleine lachst, ist es nicht witzig genug.“

oder:
Jemand macht einen blöden Spruch, über den man als Veganer einfach nicht lachen kann.
Prompt die Behauptung: “Ihr Veganer versteht einfach keinen Spaß.”
Antwort: “Müsstest du nicht erst etwas Witziges sagen, um das einschätzen zu können?”
oder
“Wieso? Warst du schon lustig? Ich muss kurz eingenickt sein.”

oder man wird sarkastisch:
“Du bist so lustig! Weißt du was auch der Brüller ist? Massentierhaltung! Mit all ihren Konsequenzen. Ich könnt’ mich regelmäßig wegschmeißen…”

Erfolgreich habe ich Folgendes schon angewandt, wenn jemand über Mangelerkrankungen referieren wollte, die angeblich bei Veganern unausweichlich sind, und das in aggressivem oder vorwurfsvollem Ton tat. Ich habe denjenigen liebevoll angestrahlt und gesagt: “Das finde ich so rührend (süß/putzig/niedlich), wie du dich um meine Gesundheit sorgst!”
Das funktioniert natürlich nur, wenn es dem Gegenüber ganz offensichtlich nicht um mich geht, sondern darum mit Halbwissen zu glänzen. Einmal habe ich demjenigen, den ich im Grunde ganz gerne mag, dazu einen dicken Kuss auf die Wange gedrückt. Wir mussten beide lachen und das Thema war gegessen.
Natürlich kann man später in Ruhe über die Fakten sprechen.

Wenn ein Vorurteil oder eine Reaktion unverschämt und grenzüberschreitend ist: “Ist das eine Spezialbehandlung, die du dir für Veganer aufsparst, oder belästigst du so auch Schwule und Behinderte?”

oder:
“Fragst du jemanden aus Afrika, ob sie dort schon in Häuser leben? Findest du, Frauen gehören an den Herd gekettet? Auf dem Niveau bewegst du dich gerade. So ein Gespräch ist uninteressant.”

Wenn jemand wirklich dreist ist, eine klare Grenze ziehen:
„Ich muss akzeptieren, dass du über das Thema schlecht informiert bist. Aber so redest du nicht mit mir und ich verlange eine Entschuldigung.“

Letzteres hätte ich in ein, zwei Fällen schon einmal sagen sollen, statt die Empörung in mich reinzufressen. Auch als Veganer sollte man sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen.

So, nun hoffe ich auf den paradoxen Effekt, dass jetzt, wo mein Köcher mit ein paar Pfeilen gefüllt ist, ich in Zukunft nur noch interessierten und offenen Menschen begegne und überhaupt keine Verwendung für die Sprüche habe.

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I had planned to write a playful post on answers to stupid remarks re veganism I thought of.

Before, I watched online the documentation on Wiesenhof (Germany’s biggest poultry breeder and processor. See video clip above.) that has been on tv, last night. After watching it, I just feel like telling anybody, who mocks veganism or is hating on vegans: „Why don’t you just shut up?“
The reality of this industry, shown in the documentary, is just too appalling. It’s a crime. And anybody buying this meat is part of the crime.

Anyway. Why do I have to spend time to come up with ideas, how to fend off stupid comments in every day life? But I don’t want someone to take the Mickey out of me, and then feel frustrated for the rest of the day, for I had no comeback.
I’d like to have ready at hand a repertoire of answers for some cliche comments, so I can focus on more important things for the rest of the time: Talking to people, who really care about the subject, and finding ways to change something about the insanity we have created.

Well, here are some alternatives to putting a muzzle on someone:

The following phrases don’t request quick wit. Just play back the ball by asking:
„Why are asking me this?“
„Why are you telling me this?“
„How did you come to this conviction?“ or
„What has this to do with me?“
Depending on the situation and your counterpart, you may ask this in a neutral tone, with real interest or with ennui in your voice.

If someone insists on prejudices like „You vegans are always so…“, you may ask: „How many hundred vegans in which age groups have you interviewed to come to this conclusion?“
Or simply „How many vegans do you know?“

If somebody tells you, vegans have no sense of humor, after they didn’t make you laugh by repeating a stale joke, you could say: „Maybe vegans have no sense of humor. Maybe you are not as funny/original as you wish you were.“

or:
„If you are the only one laughing, it wasn’t funny enough.“

or:
After a joke that just didn’t make you laugh, somebody says:
„You vegans can’t take a joke.“
Possible answer: „Wouldn’t you have to say something funny first to tell?“
or:
„Why? Did you say something funny? I’m so sorry, I must have dozed off.“

or try sarcasm:
„You are so funny! You know what’s ludicrous, too? Factory farming! With all its consequences. It’s really killing me…“

I tried the following comeback, when somebody started an angry speech about how malnutrition was unavoidable for vegans. I gave them a warm, loving smile and said: „It is so sweet/cute/darling of you to care about my well-being!“
Of course, this only works, if your counterpart obviously does not care about you, at all, but wants to blurt out some little informed half knowledge.
Once, somebody I liked, started to lecture me in a quite aggressive way on this subject. I gave him a big smacker with that sentence and we just laughed it off.
You can talk about facts later, of course, if you made sure the other is open to listen.

If you are confronted with prejudices or responses that are simply rude and invasive:
„Is this a special treatment you are saving for vegans or are you bothering gay and handicapped people in the same way?“

or:
„Are you asking someone, who comes from Africa, whether they have houses there? Or do you think, women should be chained in the kitchen? This is the level on which you are talking to me. I do not find this interesting.“

If somebody makes really impudent comments that hurt your feelings, you should set clear boundaries:
“I have to accept the fact that you are poorly informed in this field. But I don’t allow you to talk to me like that and I insist on an apology from you.”

I regret not having said the latter in one or two cases, instead of swallowing my anger. You don’t have to put up with any crap.

Well, now I put some arrows in my quiver, I hope for a paradoxical effect of meeting only friendly and open-minded people in the future, so I will never have to use any of these comebacks.

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Randnotiz – Marginal note

August26

Heute ist mir etwas eingefallen, was ich dem Nächsten sagen könnte, der mir erzählt, dass Essen ohne Käse und Fleisch langweilig sei und Veganismus für ihn als Genussmenschen deswegen indiskutabel sei.
Den könnte ich müde anlächeln und sagen: „Weißt du, was das Einzige ist, das an veganem Essen so richtig langweilig ist? Das sind die abgeschmackten Vorurteile, die man dazu serviert bekommt.“

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Today I came up with something I could say to the next person, telling me, veganism was a no-go for them as bon vivants, for everything tasted boring without meat or cheese.
I’d like to give them a faint smile and say: „Do you want to know, what the only really boring thing about vegan food is? It’s the vapid prejudices that you are served with it.“

Wie erkläre ich’s dem Nicht-Veganer?
How will I explain it to a non-vegan?

August26

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Auf seinem Blog schreibt Erik Marcus darüber, wie er durch seine Begründung vermeidet, von Nicht-Veganern als ‘Ökoheini’ oder als ‘selbstgefälliger Möchtegern-Heiliger ‘ abgetan zu werden. Ich übersetze mal, wie er Menschen, die ihn danach fragen, seine Motive für Veganismus erklärt:

„Ich vermeide Fleisch, Milchprodukt und Eier, weil diese Industrien jedes Tier, mit dem sie in Kontakt kommem, brutal behandeln und dann lügen, um die Misshandlungen zu decken. Darüber hinaus versucht jeder Produzent ständig die Kosten zu minimieren, weil Tierprodukte Massengüter sind. Das führt zu einer Industrie, die sich in einem Wettrennen gegenseitig ethisch unterbietet, da es darum geht, Milliarden von Tieren zu geringsten Kosten auf geringst möglichem Raum zu züchten.“ (Erik Marcus)

Inhaltlich stimme ich mit dieser Aussage vollkommen überein und finde, dass sie die Problematik sehr gut auf den Punkt bringt. Ich finde es wichtig, den Menschen den Wahnsinn vor Augen zu führen, der da abläuft.
Mir fehlt dabei, das Gegenüber an seine eigene Verantwortung und seine Beteiligung an dem Wahnsinn zu erinnern. Aber das ist vermutlich der Punkt, an dem sich Menschen so schnell angegriffen fühlen und dicht machen.
Nicht ganz so eloquent formuliere ich es oft so, wenn man mich fragt: „Ich bin mit der Art und den Konsequenzen davon, wie wir mit Tieren umgehen und sie als Produkte nutzen, prinzipiell nicht einverstanden. Und etwas, mit dem ich prinzipiell nicht einverstanden bin, möchte ich nicht mehr wissentlich finanzieren und damit weiterhin in Auftrag geben.“

Aber das Leben ist natürlich komplizierter als man es in so einen Satz packen kann. Ich konsumiere Dinge, obwohl ich mit der Art wie sie entstanden sind ganz sicher nicht einverstanden bin. Da muss ich gar nicht erst das Drama von Kinderarbeit anführen oder die Arbeitsbedingungen einiger Kleiderhersteller bemühen (kürzlich brachen wieder hunderte Mitarbeiter in einer Fabrik zusammen, die H&M zuliefert. Die Ursache ist noch nicht geklärt).
Was mache ich zum Beispiel, wenn ich unbedingt etwas bestellen will, und der Verkäufer nur per Hermes liefert. Ist ja auch so schön billig… Wenn ich über die Arbeitsbedingungen der Fahrer lese, wird mir richtig schlecht vor Empörung. Aber wirklich besser sind die Bedingungen für die Mitarbeiter auch bei anderen Firmen nicht.

Auf meine oben formulierte Erklärung kommt übrigens meist nur die Replik, dass ich dann doch einfach Bio-Sachen essen soll.
Ja, das könnte ich. Ich kann es aber auch sein lassen. Ich befürworte Bioprodukte mit höchsten Ansprüchen, auch wenn mir persönlich auf meinem stufenweisen Weg in den Veganismus einfach die Lust darauf vergangen ist, überhaupt Tierprodukte zu konsumieren.
Dabei kommt mir oft das Bild von einem Menschen in den Kopf, der am Boden liegt und auf den jeder mit glasigem Blick wie in Trance eintritt. So behandeln wir Tiere – und Menschen.

Wenn mir einer Bio-Produkte vorschlägt, hört sich das für mich so an: „Ach, komm schon! Zieh doch einfach die Schuhe aus und tritt nur ein bisschen hier vor’s Schienbein. Das merkt der doch gar nicht mehr, wo die richtig Bösen da vorne ihm alle voll in die Fresse treten.“
Ich mag nicht mehr mitspielen. Der hatte schon mehr als genug. Mich beschämt das. Und das Gros der Vorgaben für Biohaltung von Nutztieren kommen mir vor wie ein Hohn und überzeugen mich sowieso kein bisschen.

Manchmal wird Veganern ja vorgeworfen, sie seien gefühlsduselig, würden Tiere vermenschlichen und wären einfach zu zimperlich.
Da habe ich das ‘Glück’ auf meine Erfahrung als Bauernkind zurückgreifen zu können. Ich weiß ziemlich genau, wovon ich bei diesen Themen rede.
Ich weiß, wie es aussieht, wenn aus einem Euter wegen Überlastung nur noch Eiter und Blut kommt. Ich weiß, wie es aussieht, wenn eine Kuh sich selbst auf eine ihrer Zitzen tritt und so verletzt, dass die Zitze nur noch blutig an einem Hautfetzen baumelt, weil das schwere, hochgezüchtete Euter fast auf dem Boden schleift.
Ich kann auch davon berichten, wie es so ist, wenn man eine Färse mit einem teuren US-Bullen besamt, der extra leistungsstarke Kälber mit höchster Milchleistung hervorbringen soll. Und wenn dann das ungeborene Super-Kalb so riesig ist, dass es im Geburtskanal des Muttertiers stecken bleibt und dort stirbt. Dann muss man das tote Kalb in der Mutter zersägen und in Stücken herausziehen, damit diese nicht auch noch eingeht.
Ich weiß auch, dass Kühe in Angst vor der ungewohnten Situation je nach Tageslaune das Landwirtes und des Metzgers nicht gerade auf den Hänger zum Schlachthof hochgestreichelt werden. Da geht schon mal ein Knüppel auf dem Rücken der Kuh zu Bruch.

Und das sind Erfahrungen von einem ‘Musterbetrieb’, wo jede Kuh noch einen Namen und nicht nur eine Nummer hat, und wo die Leute aus dem Dorf zum Kälber streicheln und Milch holen kommen.
Man braucht nicht sonderlich gefühlsduselig zu sein, da mal einen Schritt zurückzutreten, um sich zu fragen, ob das alles denn wirklich so sein muss und ob man dazu beitragen will, dass das immer so weiter geht.

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On his blog Erik Marcus is telling, how he explains his motives for being a vegan to people asking and how by his perspective he avoids being looked at as a tree-hugger or holier-than-thou freak.

„I avoid meat, dairy, and eggs because these industries brutalize every animal they come into contact with, and then lie to cover up these abuses. On top of that, because animal products are commodities, every producers is constantly striving to cut costs. This, in turn, results in an industry running an ethical race to the bottom, as it strives to raise billions of animals at lowest cost and in as little space as possible.“

I completely agree with him and he really brings it to the point. It is important to make this insanity clear to people.
In his explanation I miss pointing out to people everybody’s responsibility and co-operation in this insanity. But this is probably the point in a conversation, where people will easily feel attacked and may pull up a wall.
Asked, I answer, in a less eloquent manner: „I do not agree on principle with the manner and consequences of the way we are treating animals and are using them as products. I don’t want to keep on financing knowingly something I do not agree with on principle and thereby commission it to continue.“

But life is too complex to put it into one phrase. I am consuming goods, even though I do not agree with their way of production. I don’t even have to mention child labor or working conditions with many clothing companies (only recently, hundreds of workers at an ancillary company of H&M, collapsed. They don’t know the reason, yet).
What will I do, if I really want to order something and Hermes is the only parcel service they offer? Reading about the working conditions of this company makes me sick to my stomach with revolt. But other company’s conditions aren’t much better.

The reply I most often get to the above mentioned explanation is, to just switch to organic food.
I could do that. I also could choose not to do so. I am for organic products with the highest standards, even though I lost all interest in consuming animal products on my gradual path to veganism.

Thinking of our attitude towards animals, I have one picture on my mind: The picture of a man lying on the ground and everybody is kicking him in a fievery frenzy. This is the way we are treating animals – and humans.
If somebody suggest consuming organic animal products, it sounds to me as if he said: „Oh, come on! Take off your shoes, just kick here, on the shin. He won’t feel it, anyway, with all these monsters kicking him in the kisser.“
I’m through with this game. He had more than enough. I’m ashamed.
And most of the guidelines for organic breeding don’t convince me in the slightest, anyway.

Some are calling vegans touchy-feely, say they are humanizing animals and being too prissy.
I am ‘lucky’ to have grown up as a farmer’s daughter. I know pretty well, what I am talking about, when it comes to the subject.
I know, what an udder looks like, when only blood and puss comes out from overstress. I know what it looks like, when a cow steps on her teat and rips it off, for the heavy, over-bread udder almost reaches the ground.
I can tell people about how a heifer is seeded with a top bull from the US to produce extra performing calves with highest milk yield. And how it’s like, when this unborn calve is so big, it is blocked in the birth canal and dies there. Then you have to saw up the dead calve inside the mother and pull it out in pieces, so the mother won’t die, too.
I know, when cows are scared of the unfamiliar situation to walk into the butcher’s car, farmer and butcher will not pet them in there. If they are having a bad day and under time pressure, there may clubs be broken on the cow’s back.

And these are experiences from a ‘model farm’, where every cow not only has a number, but a name, too, where people from the village are coming to cuddle calves and to buy fresh milk.
You don’t have to be that touchy-feely, to take a step back and wonder, whether things really have to be that way and whether you want to contribute to it, so it can go on and on.

Hazelnut Fudge Dreamies

August23

Und wieder ein neues Rezept aus Vegan Cookies Invade Your Cookie Jar. Nur noch gut 90 Rezepte, bis ich mich einmal quer durch gebacken und gefuttert habe.

Ich bin offen für Vorschläge, welche Cookies aus dem Buch ihr besonders lecker fandet. :D

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One step closer on the long road of baking and eating my way through all the recipes from Vegan Cookies Invade Your Cookie Jar.

I’m open to suggestions, which cookie recipe from the book you thought to be extra yummy. :D

Die perfekte Nachbarin
– The perfect neighbor

August22

Seit ein paar Jahren lässt mich eine liebe Nachbarin am Überfluß aus ihrem Schrebergarten teilhaben. Alle ein bis zwei Wochen steht sie, so wie heute, im Sommer mit feinstem, selbst angebautem Bio-Gemüse vor der Tür, wenn sie etwas übrig hat. Was für ein Luxus, vor allem, wenn man in der Großstadt lebt und wenig Geld zur Verfügung hat!

Bis zu diesem Sommer fand ich das schon klasse, wusste aber manchmal nicht, was ich mit dem vielen Gemüse anfangen sollte – weil ich kein großer Gemüseesser war.
Jetzt, wo sich meine Geschmacksnerven dank veganer Lebensweise total verändert haben, könnte ich jedes Mal einen Freudentanz aufführen, wenn sie mit ihren Schlüsseln klimpert. Das ist nämlich unser Erkennungszeichen nach dem Klingeln, damit ich weiß, dass kein Vertreter vor der Tür steht.
Ich glaube, inzwischen bin ich schon wie einer dieser Pawlowschen Hunde und der Speichel läuft, sobald ich einen Schlüssel klimpern höre!

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For a couple of years, my dear neighbour has been sharing her excess vegetables from her allotment garden with me. Every one or two weeks she is standing in front of my door in the summer, as today, with some of the finest, self grown organic vegetables, if she has more than she needs. What a luxury, especially, if you are living in a big city on a small budget like me!

I enjoyed her generosity until this year, but sometimes I used to wonder what to do with all these vegetables – as I hadn’t been a big vegetable lover. Now my taste buts have gone through a vegan reset, I feel like doint a happy dance every time she jingles with her keys. For this is our code after she rang the bell, so I know it is not some salesman standing in front of my door.
I think, meanwhile I start drooling like one of these Pavlovian dogs, whenever I hear keys jingle!

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Wege kreuzen sich/When pathes cross

August20

Heute haben sich die Wege der Bloggerin Zombiekatze und meine zufällig gekreuzt.

Beim Kölner Bio-Bauern habe ich sie für mein Foto-Projekt “100 strangers” angesprochen. Wie kannten zwar nicht unsere jeweiligen Blogs, aber aus Kommentaren bei anderen Blogs war mir ihr Online-Name vertraut. Ich finde es toll, wie meine Fotoleidenschaft dazu beigetragen hat, meine vegane Welt um einen so sympathischen Menschen zu bereichern. Hier der Link zu Zombiekatzes Foto und zu ihrem Bericht über unser gemeinsames Shopping-Erlebniss.

Mich hat es riesig gefreut, dich kennen zu lernen!
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Today, my fellow blogger Zombiekatze’s and my path crossed accidentally.

At the Cologne Organic Farmer I approached her, asking to participate in my “100 strangers” photo project. We didn’t know our respective blogs, but her online name was familiar to my through her comments on other blogs. It is wonderful how my passion for photography has led to my vegan world being enriched by a very likable young woman. Here is a link to Zombiekatze’s photo and to her post on our shared shopping adventure.

Getting to know you was a huge pleasure!

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Gern geschehen – My pleasure!

August14

Mit diesen Schwarzwälderkirsch-Cupcakes (aus Vegan Cupcakes Take Over the World) habe ich meinen Vater und Bruder beeindruckt. Wieder zu Hause habe ich sie noch einmal gebacken. Ich wollte die Mutter einer Freundin mit zwei davon überraschen, da ich wusste, dass sie gerne Kuchen isst. Am Rande hat sie mitbekommen, dass ich vegan lebe.

Ich: “Hallo, Frau X! Ich habe Ihnen Kuchen mitgebracht.”
Sie: “Der ist wohl vegan. Na ja, wenigstens sieht er schön aus.”

Rumms landete der Kuchen ohne Dankeschön im Kühlschrank. Da ich den etwas ruppigen Umgangston der Frau kenne, war ich eher amüsiert als gekränkt. Ich meinte nur, dass die Törtchen, wo sie schon meinen Bauernvater und -bruder überzeugen konnten, hoffentlich auch vor ihrem strengen Gaumen Gnade finden.
Aber wundern tut es mich doch immer noch, wie Menschen ihre Manieren vergessen, wenn es um veganes Essen geht. Bei manchen könnte man meinen, ich schulde ihnen einen Gefallen, dass sie es sich antun davon überhaupt zu probieren.
Ich dachte, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul – das scheint bei einigen nicht zu gelten, wenn für das Geschenk weder ein Gaul noch sonst ein Tier ausgebeutet und gequält wurde.

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These are the black forest cupcakes (from Vegan Cupcakes Take Over the World I had impressed my father and brother with. Back home I made them again. I wanted to surprise a friend’s mother with two of these, as I knew she loved cake. A while ago, she had understood by the way I had gone vegan.

Me: “Hello, Mrs. X! I brought you some cake.”
She: “I guess it’s vegan. Well, at least it looks nice.”

Thunk, it went into the refrigerator without a ‘thank you’. I know the sligthly gruff demeanour of the lady, and felt more amused than offended. I just expressed my hope, it may find mercy with her severe palate, as it already had with my farmer father and brother.

Still I am surprised, how people can forget all manners, when it comes to vegan food. Some act, as if I owed them, if they suffered through tasting any. I thought you don’t look into the mouth of a gift horse – to some this may not apply, if no horse or any other animal was abused and exploited for the gift.

Pasta mit Zucchini, Zitrone und Ajvar –
My new favorite pasta sauce!

August8

(Please scroll down for the English version of the recipe)

Einfach nur perfekt, wenn man ein Rezept in einer Zeitschrift findet, man totale Lust darauf hat, es vegan ist UND man gerade alle Zutaten zu Hause hat UND wenn es dann auch wirklich sensationell lecker schmeckt!
Super, dass es in der “Schrot und Korn” jetzt immer mehr vegane Rezepte gibt!

Die Sauce ist cremig und frisch zugleich, die Zitronenschale gibt einen tollen Kick. Die Sauce war etwas flüssig, ich habe sie mit ein klein bisschen Kartoffelstärke gebunden.

Quelle: Schrot und Korn
(4 Portionen)
300 g Zucchini (ich habe gelbe Zucchini verwendet)
1 Knoblauchzehe
1 rote Zwiebel (ich habe eine Schalotte verwendet)
300 g Dinkel-Vollkorn-Spaghetti
Salz
200 g Erbsen
1 EL Olivenöl
150 ml Gemüsebrühe
100 ml Sojasahne
Saft und Zesten einer
½ Zitrone
Pfeffer
4 TL Ajvar

- Zucchini mit einem Sparschäler längs in Streifen hobeln. Knoblauch hacken. Zwiebel in Streifen schneiden. Spaghetti nach Packungsanweisung in Salzwasser garen.
- Öl in einer breiten Pfanne erhitzen. Knoblauch, Zwiebeln und Zucchini 1 Minute braten. Erbsen, Brühe, Sahne und Zitronenzesten zugeben. Aufkochen und 4 Minuten köcheln lassen.
- Gut abgetropfte Spaghetti zugeben und durchschwenken. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen. Anrichten und auf jede Portion 1 TL Ajvar setzen.

Den Ajvar kann man auch weglassen, wenn man keinen da hat, aber er rundet das Gericht sehr schön ab. Ich benutze Ajvar gerne statt Tomatenmark in Saucen, weil er mehr Würze gibt. Ajvar gibt es in jedem türkischen Supermarkt.

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The sauce is creamy and fresh at the same time, because of the lemon juice and zest. My sauce was a bit fluid, so I thickened it with a tiny bit of potato starch.

300g zucchini (I used yellow zucchini)
1 garlic clove
1 red ognion (I used a shallot)
300g wholemeal spelt spaghetti
salt
200g green peas
1 tablespoon olive oil
150ml vegetable broth
100ml soy cream
juice and zest of half a lemon
pepper
4 teaspoons of ajvar

- Cut the zucchini in bands with a peeler. Mince garlic. Cut onion into stipes. Cook spaghetti according to instructions.
- Heat the oil in a pan. Fry garlic, onion and zucchini for one minute. Add peas, broth, cream and lemon zest. Let boil up and simmer for four minutes.
- Add the drained spaghetti and mix. Season with lemon juice, salt and pepper. Serve on a plate and add one teaspoon of ajvar on top.

You could leave out the ajvar, if you don’t find any. You can get it in Turkish supermarkets. You can use ajvar like tomatoe puree for sauces and it adds a nice slightly spicy flavour.

Recipe taken from “Schrot und Korn”, a free magazine found in organic shops. They are presenting more and more vegan recipes. Yes!!!

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