Du bist der Frühling

Vegan?! Ein Biss-chen extrem…

Einsamer Rufer? – Lone voice?

September19

Yufkateig gefüllt mit Bohnen, Zwiebeln, Tomatensauce und kleinen Würfeln ‘Sheeze’, mit Soja-Yoghurtsauce/Yufka leafs, filled with beans, onions, tomato sauce and small dices of ‘Sheeze’, with soy yoghurt sauce

___________________________________________________________
(please scroll down for the English version of this post)

In letzter Zeit ist mein Blog wieder etwas eingenickt. Ich habe mich statt dessen sehr auf mein Fotoprojekt “100 strangers” konzentriert. Dadurch habe ich ja auch die entzückende Zombiekatze kennen gelernt.
Wer mag, kann bei meiner Sammlung von Menschen, die ich auf der Straße anspreche und um ein Portrait bitte, vorbeischauen. Hintergründe zum Projekt gibt es hier.

Ins vegane Leben ist mehr Ruhe eingekehrt.
Nachdenklich bin ich darüber, wie ich mit manchen Verhaltensweisen im Umfeld umgehen soll. Ich habe ja mit viel Enthusiasmus versucht Menschen für veganes Essen zu begeistern. Langsam kommt bei mir nun Frust auf, weil es eine ausgesprochen einseitige Sache mit wenig Effekt ist. Klar, greift jeder gerne zu, wenn es umsonst leckeren Kuchen gibt. Auch da gilt: Hauptsache es schmeckt. Mir ist es aber noch nicht passiert, dass mich im Gegenzug einmal jemand bedacht hat.

Wenn es Kuchen für alle gibt, gehöre ich eben nicht mehr zu allen dazu und bin “irgendwie selber schuld”. Schön fühlt sich diese Außenseiterrolle nicht an. Und es geht bei dem Thema ja um viel mehr als um eine private Entscheidung, sonder darum Stellung zu einem drastischen Problem zu beziehen.
Es macht mich wütend, weil es zeigt, wie gleichgültig den anderen ist, welche Konsequenzen ihr Verbrauch an Tierprodukten hat – auch wenn sie durch mich die Alternativen kennen gelernt haben und merken, dass man genießen kann, ohne die allgegenwärtige Tierausbeutung zu finanzieren.

Auch beim letzten Treffen mit Freundinnen war es so. Die gleichen Freundinnen hatten beim vorherigen Treffen daran gedacht, etwas Veganes zu unserem Abend mitzubringen. Nun gab es außer Perlzwiebeln und Paprika aus dem Glas für mich nur die Olivencreme, die ich selbst mitgebracht hatte. Die anderen schwärmten, wie lecker Käse und Fisch sei und hauten ordentlich rein. Ob sie meine Situation überhaupt bemerkt haben, oder ob sie es bewusst übergangen haben, weiß ich nicht.

Ich habe das Thema nicht angesprochen. Es ist so etwas wie die Erschöpfung des einsamen Rufers eingetreten. Wie kann ich meine Meinung äußern, ohne eingeschnappt zu wirken, ohne nur als „komplizierter Esser“ wahrgenommen zu werden oder ohne dass die anderen nur abwehrend reagieren?
Ich denke, wann immer man alleine gegen andere steht, entstehen solche Konflikte und Frustrationen. Mich stimmen solche Momente vor allem pessimistisch darüber, wie weit eine Gesellschaft lernfähig und vor allem lernwillig ist. Es ist wohl so viel leichter, einfach so weiter zu machen, statt die Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen. Da kann man von außen herzlich wenig bewegen. Es ist hart, dabei zuzusehen, wenn man weiß, dass dieses Verhalten wahnsinnig ist und Bestandteil eines kollektiven Verbrechens an Menschen, Welt und Tieren.

__________________

Zwischendurch ist mir noch etwas zu der üblichen Argumentation eingefallen, der Mensch sei Allesfresser und Fleisch sei ganz wichtig für die Entwicklung des Steinzeitmenschen gewesen.
Natürlich ist erst einmal nicht alles, was einmal wichtig für die Entwicklung war auch aktuell hilfreich für die Menschheit. Aber man kann auch einfach ein Rechenbeispiel daraus machen. Die Steinzeitmenschen haben zu 80% vegan gelebt. So lange mein Gegenüber nicht zu mindestens 60% vegan lebt, bin ich viel näher dran an seinem hochgeschätzten steinzeitlichen Ideal als er.
So lange er seine Ernährung also nicht entsprechend umstellt, schießt er sich mit dem Argument ins eigene Bein. Nur weil Neandertaler in harten Wintern auch mal Fleisch gegessen haben, rechtfertigt das ein radikal un-veganes Leben, wie es heute üblich ist, in keiner Weise.

____________________________________________

Lately, my blog has dozed off again. I focused on my photo project „100 strangers“. This is for example how I met lovely Zombiekatze.
You are welcome to visit my collection of people, I have approached in the street and ask for a portrait. You can find some information on the project here.

I feel quite settled in my vegan life.
There is some pondering, yet, how to handle certain reactions of my environment. In the beginning, I tried to inspire people with much enthusiasm to eat more vegan food. Slowly this is getting frustrating, for it clearly is a one-way road with little to no effect.
Of course, everybody tucks in, when there is yummy cake for free. But until now, not a single person bothered to return the favor. If there is ‘cake for everybody’ at work, I’m not part of everybody, any longer, and it is ‘all my fault’.

The role of the outsider is not pleasant. This is about much more than a private decision, but about taking a stand in a dramatic political and ethical issue.
People’s indifference is making me angry. It reflects, how little they care about the consequences of their consumption of animal products. Even if I was putting better solutions right in front of them. Obviously, it takes more to start a thought process.

It was the same, on my last pot luck meeting with friends. On the reunion before, most of them had brought something vegan to our evening, too. This time all I got was pickled onions and peppers, next to the olive paste I had brought, myself. The others were crazy about the fish and the cheese. Whether they even realized my situation, I don’t know. Maybe they just ignored it.

I didn’t address the subject. Have I turned into the lone voice in the wilderness? How can you address such subject, without coming across as miffed or preachy about their choices, or just being the nagging ‘picky eater’.
I guess, if you are one against many, there will be always conflict and frustration like that. Such moments set me in a pessimistic mood about the ability and above all willingness of a society to change.
To most it seems so much easier to carry on, instead of taking responsibility for their actions. It’s hard to watch, if you know for sure what happens and is labeled ‘normality’ is pure craziness and a collective crime against the world, fellow men and animals.

_______________________

In the meantime, I came up with reasoning for the common argument, humans were omnivore by nature and meat had been crucial for the development of the caveman. Of course, not everything that once had been useful for development still is for mankind, today.
But let’s just do the math. Those often cited cavemen were eating vegan 80% of the time. As long as my counterpart does not eat vegan at least 60% of the time, I am much closer to his highly estimated ideal. As long as he won’t change his diet, he will just shoot his own foot with his point.
The fact that cavemen ate a little meat in cold winters, does not justify in the slightest the radical non-vegan lifestyle of today.

posted under Allgemein
13 Comments to

“Einsamer Rufer? – Lone voice?”

  1. Avatar September 19th, 2011 at 17:06 Mausflaus Says:

    das ist schon traurig. mir ist es immer peinlich wenn ich eine “extrawurst” brauche, eigentlich ist es mir am liebsten wenn ich selbst was mitbringen kann, dann weiß ich was ich kriege und dass ich es auch mag. wieso hast du denn nicht einfach was veganes mitgebracht? das wär doch auch eine gute gelegenheit, die anderen “anzufüttern” – hey, willst du mal meine vegane schokocreme probieren?

    bei den steinzeitmenschen bin ich mir übrgens nicht so sicher; ich glaub die haben viel insekten, würmer und sonstiges krabbelvieh gegessen. es kommt ja auch immer auf die region an; in asien sah die ernährung ganz anders aus als in nordeuropa zb


  2. Avatar September 19th, 2011 at 18:22 Frau Springinsfeld Says:

    Hallo Mausflaus,
    das ist ja gerade der Frust, den ich beschreibe: Seit neun Monaten übe ich mich im konstanten selbst versorgen und “anfüttern”, was auch angenommen wird. Ich finde es nur menschlich, dass ich irgendwann den Punkt erreiche, wo ich auch “gefüttert” werden möchte, weil ich mich sonst ausgenutzt und nicht beachtet fühle.
    Ich komme mir bei der Arbeit langsam blöd vor, weil ich schon so oft für alle etwas mitgebracht habe, aber im Gegenzug ganz selbstverständlich ausgeschlossen werde.
    Es geht um den gedanklichen Prozess zum Thema Konsum, den ich bei vielen in meinem Umfeld vermisse, und auch um den ganz banalen und höflichen Ausgleich von Geben und Nehmen.
    In dem konkreten Fall war ich davon ausgegangen, dass wie zuvor aufeinander eingegangen wird (z.B. was Allergien bei anderen angeht). Ich hatte schlichtweg vorher keine Zeit etwas vorzubereiten, und das wussten die anderen auch.


  3. Avatar September 19th, 2011 at 21:04 Frau Springinsfeld Says:

    Hm, mir geht dein Kommentar nicht aus dem Kopf, Mausflaus. Das finde ich ja das Schlimme, wenn es im direkten Umfeld, wo man über diese Themen auch intensiv spricht, als “Extrawurst” empfunden wird. Wieso ist veganes Essen so etwas “Abseitiges”, dass es als “Extrawurst” empfunden wird? Wieso sollen nur Veganer in der Lage sein, mal die Eier beim Backen wegzulassen? Wieso denken Nicht-Veganer, jedes vegane Essen sei eine beängstigende Mutprobe und Geheimwissenschaft? Wieso sagen Leute zu mir, sie können nicht in ein veganes Geschäft gehen, weil sie nie Veganer sein könnten? Diese Abspaltung, Alles-oder-Nichts-Einstellung und Betrachtung als “Andersartigkeit” macht es unglaublich schwer, die Situation zu ändern. Solche Reaktionen kommen auch von Menschen, die theoretisch einsehen, dass der aktuelle Konsum falsch ist und insgesamt weniger Tierprodukte konsumiert werden müssen. Aber die Verknüpfung in den Alltag findet nicht statt.

    Das Essen von Insekten und Würmen ist für mich übrigens auch kein sonderlich überzeugendes Argument dafür, heute drei Mal am Tag Schwein, Rind und Kuhmilchkäse zu essen…


  4. Avatar September 19th, 2011 at 22:38 LaMadame Says:

    Dein Artikel sprach mir aus dem Herzen – aber wenn du schreibst: “Solche Reaktionen kommen auch von Menschen, die theoretisch einsehen, dass der aktuelle Konsum falsch ist und insgesamt weniger Tierprodukte konsumiert werden müssen. Aber die Verknüpfung in den Alltag findet nicht statt.”, dann interpretiere ich das genau andersherum: gerade weil die anderen Leute irgendwie ahnen/wissen, dass sie ethisch nicht auf sicherem Boden stehen, wollen sie sich dem so wenig wie möglich aussetzen u. dir nicht noch implizit Recht geben, indem sie auch mal für dich was Veganes kochen/backen. Denn dann müssten sie sich eingestehen, dass das gar nicht so furchtbar schwierig ist. Im Gegensatz zu Allergikern (für die die meisten ja Verständnis haben, selbst wenns umständlich ist) bist du als Veganerin eine Art personifizierte Mahnung, die abgestraft wird. Mit meiner Schwester (auch vegan) war ich neulich auf einer Grillparty eingeladen, wo ich 1. von der Gastgeberin Redeverbot in puncto Ernährung u. co bekam, 2. wirklich in jeden Salat Mayo u. Eier geworfen worden waren u. mir gesagt wurde, wenn wir was anderes wollen, müssens wir halt mitbringen (u. unseren Salat hat keiner auch nur angeguckt – iiiehh, veganer Salat….), so dass wir nach einer Std wieder abgehauen sind. Never ever again.


  5. Avatar September 20th, 2011 at 08:30 Frau Springinsfeld Says:

    Danke für deinen klugen Kommentar LaMadame! Wahrscheinlich hast du mit deiner Erklärung genau recht.

    Dadurch, dass ich erst mit Mitte vierzig vegan geworden ist, fällt mir diese Rolle als ‘extreme’ Außenseiterin vielleicht besonders schwer. Ein ganzes Leben bin ich mehr oder weniger ungestört mitgeschwommen. Zwar kenne ich die Position der Außenseiterin durchaus, aber das vegan sein verschärft das ungemein. Plötzlich werde ich wie ein vollkommen anderer Mensch behandelt und die Regeln des Miteinander, die letztes Jahr noch gegolten haben, wurden für mich gestrichen.

    Das Erlebnis bei der Grillparty für deine Schwester und dich kann ich sehr gut nachempfinden. Ein richtig, richtig ätzendes Gefühl!
    Dieses Redeverbot kenne ich auch, in seiner ‘subtilen’ Form. ‘Ich hab ja nix gegen Veganer, aber wenn die einem ein schlechtes Gewissen machen wollen, das geht gar nicht!’ Unter ‘schlechtes Gewissen machen’ fällt dann alles, was auch nur im Entferntesten mit dem Thema zu tun hat.

    Mir ist es ein Anliegen, etwas zu verändern und Menschen mit dem Thema zu berühren. Deswegen mag ich mich auch nicht wegducken und heimlich mein privates veganes Süppchen kochen. Aber für einen harmonieorientierten Menschen wie mich ist es manchmal ganz schön heftig. Aber so ein ‘verschärftes Außenseitertum’ schärft hoffentich auch den Blick und den Verstand. Gelernt habe ich in den letzten Monaten auf jeden Fall enorm viel!

    Daran, dass die Menschen so wenig über Verantwortung nachdenken, könnte ich manchmal schon verzweifeln. Immer geht es darum, die eigene Position zu stärken und sie nicht konsequent in Frage zu stellen. Das Ego muss geschützt werden, gegen jede Vernunft und Einsicht.
    Das kommt mir vor wie ein verzogenes Gör, das die Familienkutsche kapert und beschließt mit allen an Bord über die Klippe zu rasen, weil es lustig ist. Und wenn man dem Kind klar macht, dass da besser ein Erwachsener das Steuer übernimmt, rastet es total aus.


  6. Avatar September 20th, 2011 at 16:07 Mneme Says:

    Komisch ist ja, dass wenn Menschen Allergien haben oder etwas bestimmtest auf den Tod nicht ausstehen können, Freunde und Familie das dann doch häufig berücksichtigen. “Ach, die Susi mag doch keinen Senf/ist laktoseintolerant.” Das können sie sich merken und auch berücksichtigen. Aber wer Veganer ist, ist wie du schon sagst “selbst Schuld”. Die Erfahrung habe ich hier und da auch gemacht.


  7. Avatar September 20th, 2011 at 16:18 Frau Springinsfeld Says:

    Tja, wo kommen wir denn auch hin, wenn jeder plötzlich anfinge sein Gewissen und seine Überzeugungen so ernst zu nehmen wie mancher seinen persönlichen Geschmack?!


  8. Avatar September 20th, 2011 at 18:22 Paula Says:

    Liebe Springinsfeld,

    ich hoffe, dass das Gefühl eine einsame Ruferin zu sein bald vorbei geht! Ich finde deine Ansichten wunderbar… und die Worte und Wörter mit denen du sie verpackst ebenso.

    Ich habe hier in den vergangenen Tagen etwas gelesen und nun eine handvoll schöner Argumente mehr, mit denen ich demnächst den Menschen begegnen kann, wenn sie mir wieder sagen wollen: “Ach nee, vegan geht ja gar nicht.” und “Wenn du dich so ernährst, ja ok. Aber doch nicht das Baby.”

    Herzlichst, Paula.


  9. Avatar September 20th, 2011 at 18:40 Frau Springinsfeld Says:

    Liebe Paula,
    bei so einem schönen Feedback ist das Einsamkeitsgefühl gleich etwas besser.

    Es gibt ja auch gute und freundliche Reaktionen, aber ein dickes Fell braucht man als Veganer schon – und das ist bei mir noch im Wachstum.
    Danke für deinen Kommentar und die Ermutigung!

    Ich wünsche dir Kraft und innere Ruhe bei solchen unreflektierten Kommentaren. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Reaktionen noch viel heftiger sind, wenn man ein kleines Kind hat und es vegan ernährt.
    Liebe Grüße,
    Frau Springinsfeld


  10. Avatar September 22nd, 2011 at 14:18 Frollein Says:

    Lass dich nicht unterkriegen, du Liebe. Es ist defintiv hart manchmal, Veganer zu sein. Man muss sich schon eine dicke Haut zulegen… mich stört es kaum noch, kann sein dass es daran liegt dass ich einfach abgehärtet bin. Ich war die einzige nicht-Katholikin in unserer Grundschule, meine Eltern waren “bekennende” Grüne etc pp., da war die Außenseiterrolle schon als Kind vorprogrammiert :D schon als ich klein war habe ich mit meiner Mama Unterschriften an Haustüren gegen und für alle möglichen Ökothemen gesammelt… und da bekommt man auch so viel zu hören, das ist echt traurig. Aber es gibt dir auch viel. Es produziert ein Gefühl in dir, was dich stark macht. Insgesamt glaub ich, und ich merke das wirklich in meinem direkten Umfeld gerade in den letzten Jahren verstärkt, dass sich trotz allem was ändert. Es geht sehr sehr langsam. Es ist sehr sehr zäh. Und man muss immer und immer wieder gegen Windmühlen laufen. Aber wir wollen es uns ja eben grade NICHT einfach machen! Wir möchten ja auch für uns selbst etwas ändern! Man muss mit allen Tricks arbeiten und darf nicht zu dogmatisch denken – beispielsweise erzähl ich bei Leuten, die mir von vornherein sehr intolerant rüberkommen und mit denen ich einfach KEINEN BOCK hab zu diskutieren, schon auch mal, dass ich “allergisch” bin. Ich sag nicht gegen was. Fast alle lassen es dann damit bewenden. Wenn sie dann tatsächlich nachfragen, sag ich: “gegen Gewalt an Tieren”. (ist übrigens nicht meine idee, http://www.gewaltallergie.de/ ) nur so als Anregung, wenn man mal nen schlechten Tag hat ;)
    Man muss auch nicht immer mit allen diskutieren, das hast du ja auch schon selbst oft festgestellt. Friendly activism ist ein hartes Brot, und man kann eben nicht jeden Tag dafür die kraft aufwenden! Das ist menschlich! Manchmal ignoriere ich die Deppen eben einfach. Und solche Arschlochaktionen wie diese Grillparty, von der LaMadame erzählt – entschuldigt, aber das sind keine Freunde. Oder?? Was ist denn das für ein bescheuertes Benehmen?? Sprechverbot??? Zu solchen Leuten würde ich einfach nicht mehr hingehen – und ihnen auch sagen, dass sie nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, und dass SIE die INTOLERANTEN sind, nicht die Veganer.

    Kleines Highlight heute zum Schluss:
    Unsere Veggie-Hochschulgruppe hat es geschafft, die Uni Erlangen-Nürnberg auch zur Einführung eines Veggie-Tags an der Mensa pro Woche zu bewegen. Das ist immer Do, also heute.Es gibt nicht wie sonst ein vegetarisches Gericht und zwei mit Fleisch, sondern nur eins mit Fleisch und das in Bio-Qualität, ein vegetarisches und ein veganes Essen. Wir haben also fleißig vor der Mensa geflyert. Und klar gabs auch ein paar Trottel, die es nicht kapiert und komisch reagiert haben. Aber es kam doch auch tatsächlich ne Gruppe Mädels, die unsere Flyer dankend abgelehnt haben und lachend gesagt haben: “Ist schon gut, wir wissen bescheid, wir sind heut nur hier weil wir gehört haben dass es was Veganes gibt!”
    Es wird defintiv besser. Es geht nur im Schneckentempo. Halt die Möhrchen steif!


  11. Avatar September 22nd, 2011 at 21:43 Frau Springinsfeld Says:

    Hallo Frollein,

    erst mal ein ganz, ganz dickes Bravo für den Erfolg an eurer Mensa! Ich ziehe meinen Hut davor, dass ihr das mit eurer Gruppe durchgesetzt habt!

    Herzlichen Dank für deine ermutigenden und liebevollen Worte!
    Wie gut, dass du durch deine Mutter schon so früh für diese Themen sensibilisiert wurdest. Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht immer einfach war.
    Ja, die Außenseiterolle kenne ich auch. Bei mir war es die Tatsache, dass ich ‘der Bauerntrampel’ und ein schüchternes Kind war. Da war man auch auf dem Dorf alles andere als cool.
    Der positive Unterschied zum heutigen Außenseitertum: Ich werde zum Außenseiter gemacht wegen einer Sache, hinter der ich voll und ganz stehen kann und mit der ich mich identifiziere. Du hast Recht, dieses Wissen stärkt einen auch. Ganz ehrlich: Ich spüre erst jetzt so richtig bewusst, wie entscheidend das Gefühl von Integrität von Werten und Handeln für das Selbstgefühl ist.

    Von Frollein zu Frau ;)
    nochmal lieben Danke für deinen Kommentar!


  12. Avatar November 13th, 2011 at 19:18 Bäumchen Says:

    Ich habe eine sehr schöne Erfahrung mit dem Thema gemacht. Meine Familie ist muslimisch und dort essen alle für ihr Leben gern einfach Fleisch. Ich habe gedacht, dass mir hier die größten Hürden gelegt werden, wenn ich erzähle, das ich Veganerin bin und dass ich auf den künftigen Familienfesten mir
    1. dumme Sprüche anhören darf, und zwar rauf und runter
    2. vorlieb nehmen muss mit ein bisschen Salat und ein bisschen Reis, weil es sonst nichts für mich geben wird.

    Stattdessen, zu meiner großen Überraschung, akzeptierte der Kern der Familie es doch sehr schnell, fand es zwar ein wenig eigen, es passte für sie aber zum Rest meines Charakters, und einer meiner Onkel sagt auch, dass er stolz auf mich ist deswegen. Bei Besuchen wird immer extra etwas für mich zubereitet, was so superlecker ist :-) Ich bin meiner Familie echt dankbar, dass die das so toll aufnehmen.


  13. Avatar November 22nd, 2011 at 23:34 Frau Springinsfeld Says:

    Hallo Bäumchen,
    es freut mich richtig zu hören, wie positiv deine Familie reagiert hat!
    Wie schön, wenn manchmal die eigenen Erwartungen so gar nicht erfüllt werden :D !


Email will not be published

Website example

Your Comment: