Du bist der Frühling

Vegan?! Ein Biss-chen extrem…

Warum?
About this blog…

März29

Du bist der Frühling!
Vegan – Ein Biss-chen extrem…

You are springtime!
Vegan – A bit(e) extrem…

(please scroll down for the english version of this text)

Sie sind mächtig!

Mindestens drei Mal am Tag treffen Sie eine ethische und politische Entscheidung.
Die Tatsache, dass Sie sich des Ausmaßes Ihrer Entscheidung meist gar nicht bewusst sind, ändert nichts daran, dass Sie damit Macht ausüben und dass diese machtvolle Entscheidung weitreichende Konsequenzen nach sich zieht.
Diese ethische und politische Entscheidung treffen Sie jedes Mal, wenn Sie etwas essen.

Diese machtvollen Entscheidungen werden von Ihren Überzeugungen beeinflusst.
Zum Beispiele:
„Was ich esse ist Privatsache, da lass ich mir von keinem reinreden. Hauptsache es schmeckt.“
„Meine Gesundheit ist mir wichtig.“
„Die in Berlin müssen endlich mal was gegen die Nahrungsmittelskandale machen. Eine Riesensauerei!“
„Ich bin ein Gewohnheitstier. Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach (und so lecker).“
„Ich esse viel weniger Fleisch als der Durchschnittsbürger. Und ich kaufe Bioeier!“
„Was ich als Einzelner tue, hat ja kein Gewicht.“

Was Sie tun, hat kein Gewicht? Das stimmt nicht.
Sogar was Sie nicht tun, hat Gewicht.
Seit dem Moment Ihrer Geburt (und für Ihre Eltern auch schon vor Ihrer Geburt) verändern Sie die Welt, nur dadurch dass Sie existieren.
Das was Sie tun, kann nützlich oder schädlich sein.
Oft kann man sein Handeln nicht klar der einen oder der anderen Kategorie zuordnen. Aber mal ehrlich: Im Zusammenhang mit Massentierhaltung können Sie das schon.

Wir kennen die unerträglichen Bilder. Wir können uns jederzeit über die Auswirkungen des Konsums von tierischen Produkten wie Fleisch, Milch und Eier informieren. Barbarische Zustände bei der Haltung und Schlachtung, katastrophale Auswirkungen auf die Welternährungslage, die Umwelt, das Klima…

Jeder denkende Mensch sollte zu der Erkenntnis kommen, dass wir so nicht weitermachen dürfen.

Auch die Experten sind sich einig: Wir als Industrienationen müssen den Konsum an tierischen Produkten drastisch einschränken.

Wie beeinflusst dieses Wissen unser Verhalten?
Wie soll das konkret aussehen?
Wir können doch nicht plötzlich alle Veganer werden, oder…

Von „Extremisten“ lernen

Veganer setzen die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann, konsequent um.
Eine gängige Reaktion auf Ihren Lebensstil: „Das wäre mir zu extrem. Als ob ein vegetarischer Lebensstil nicht schon hart genug wäre.“
Weiter denken viele über einen veganen Lebensstil nicht nach. Er ist anders und „extrem“, hat mit dem eigenen Leben nichts zu tun.

In diesem Blog geht es nicht um Etiketten, Dogmas oder Regeln. Es geht nicht darum, den veganen Lebensstil grundsätzlich zu diskutieren. Es geht nicht um „Alles oder Nichts“, „Schwarz oder weiß“, „nie mehr“ oder „für immer“.
Sehr wohl geht es um „richtig und falsch“!
Eine Massentierhaltung, in der Tiere zu verstümmelten Produktionsmitteln entwürdigt werden, ist falsch.
So zu konsumieren, dass diese Haltungsform überflüssig wird, ist richtig.

In diesem Blog geht es darum, von Menschen zu lernen, die vollständig auf Tierprodukte verzichten. Sie haben im Laufe der Jahre einen großen Erfahrungsschatz erworben, von dem wir uns alle gerne bedienen dürfen. Wenn wir es wirklich einmal ausprobieren, können wir eine fundierte Entscheidung darüber treffen, in wie weit wir vegane Ideen in unser Leben integrieren wollen.

In diesem Blog geht es nicht um grundlegende ethische Themen, für die sich nur schwer eindeutige Antworten finden lassen. Dies ist kein Forum, indem sich Menschen die Köpfe darüber heiß reden, ob der Mensch prinzipiell das Recht hat, Tiere auszunutzen oder nicht. Hier geht es nicht um Haarspaltereien, ob Veganer ‘schummeln’, wenn Sie aus Versehen eine Mücke verschluckt haben (mit solchen ‘Provokationen’ und Ablenkungsmanövern vom Wesentlichen dürfen Veganer sich gelegentlich herumschlagen). Hier geht es nicht um jene grundlegende ethische Entscheidungen, die jeder für sich selbst treffen muss.

Es geht darum, unsere Macht als Mensch zu erkennen und die Verantwortung für diese Macht zu übernehmen. Mit diesem Blog will ich zu dem Lernprozess beitragen, bewusst und ethisch zu konsumieren. Ich schreibe diesen Blog, weil ich will, dass Massentierhaltung und quälerische Tierhaltung in jeglicher Form so schnell wie möglich ein finsteres, aber abgeschlossenes Kapitel unserer Geschichte werden.

Dazu muss nicht jeder über Nacht Veganer werden. Aber ich weiß, dass der Einzelne mehr dazu beizutragen kann, als hin und wieder zu einem vegetarischen Gericht zu greifen. Das reicht nicht!

„Können wir dann nicht einfach alle Tierprodukte aus Biohaltung konsumieren?“

Das ist ein wichtiger Schritt. Der Schritt, den Konsum stark einzuschränken, sollte darüber nicht vergessen werden.
Wenn wir im gleichen Umfang Tierprodukte konsumieren wie heute, ist der Bedarf durch Bioprodukte nicht zu decken. Nicht, wenn wir höchste Ansprüche an diese Haltungsform stellen. ‘Bio’produkte, deren Richtlinien lediglich eine geringfügig weniger barbarische Haltungsform vorsehen, sind nicht genug.

Der einzige Weg aus dieser alptraumhaften Misere: Wir als Gesellschaft senken den Verbrauch an Tierprodukten drastisch. Das geht ganz einfach, wenn wir mehr über Ernährung auf Pflanzenbasis lernen. Von Veganern können wir lernen, wie das funktioniert, ohne dass wir auf Genuss und Lebensfreude verzichten müssen.

Mein Beitrag

Für die Menschen, die mit unserer Art von Tierhaltung nicht mehr einverstanden sind, sammle ich hier Anregungen, wie wir unser Handeln besser in Übereinstimmung mit unseren Überzeugungen bringen können. Neben Rezepten und Tipps will ich auch darüber schreiben, warum uns Veränderung so schwer fällt und was hilft, Veränderung machbar zu machen.

Mit diesem Blog will ich Sie anregen, Ihrem Leben bewusst mehr Raum für Integrität, Verantwortung und Mitgefühl zu geben.
Von einem bin ich überzeugt:

Das steigert die Lebensqualität. Die der Tiere und Ihre eigene.

______________________________

You are powerful!

At least three times a day you are taking an ethical and political decision.
The fact that you are not conscious of the scale of your decision, does not change the fact that you are exercising power by it and that this powerful decision has important consequences.
It is the decision about what you’ll eat.

These powerful decisions are fueled by your beliefs. Like for example:
„What I eat is my private affair. Nobody can dictate, what I will have for dinner. What matters is it tastes good.“
„My health matters to me.“
„Those politicians in Washington need to do something about these food scandals. It’s outrageous!“
„I’m a creature of habit. The spirit is willing, but the flesh is weak (and so delicious).“
„I eat less meat than the average Joe. And I buy organic eggs!“
„What I am doing as a single person does not matter at all.“

What you are doing does not matter? That is not true.
Even what you are not doing matters.
From the moment you were born (and even before, at least for your parents) you have been changing the world, just by being here.
What you are doing can be useful or harmful.
Often it is hard to clearly allocate your action to one or the other category. But in conjunction with factory farming, honestly – you can tell.

We all know the unbearable pictures. We can get information on the consequences of our consumption of animal products like meat, milk or eggs at any time. Barbaric conditions in breeding and slaughter, disastrous effects on world food affairs, the environment, the climate…

Any thinking human should come to the conclusion, we may not go on like this.

The experts agree, too: We as industrial nations have to reduce our consumption of animal products drastically.

How does this knowledge influence our behavior?
How can we incorperate these changes into our every day life?
We can’t suddenly all become vegans, can’t we…

Learning from „extremists“

Vegans are translating the insight that we cannot carry on like this, into their live consequently.
The usual reaction to their lifestyle: „This is too extreme for me. As if a vegetarian lifestyle wouldn’t be enough cutback already.“

Most won’t think about a vegan lifestyle any further. It is different, it is „extreme“, it has nothing to do with their life.

This blog is not about labels, dogmas or rules. This is not the place for a debate on principles of veganism. It is not about „all or nothing“, „black or white“, „never more“ or „forever“.
Nevertheless, it is about „right or wrong“!
Factory farming, mutilating animals to become mere capital goods, is wrong.
Consuming in a way to supersede factory farming is right.

This blog is about learning from people, who avoid animal products completely. Over time, they have gathered a rich wealth of experience we may all gladly use. If we really give it a try, we can make an informed decision to which extend we want to integrate vegan ideas to our life.

This blog is is not about some fundamental ethical decisions that have no simple answers. This is not a platform for violent discussions, whether man has the right to exploit animals in general or not. This is not about hairsplitting whether a vegan is ‘cheating’, if he swallowed a fly unwillingly (a typical ‘provocation’ and red hering diverting from core subjects). This is not about basic ethical decisions, everybody has to answer for himself.

This is about embracing your power as a human being and accepting responsibility for it. This blog is supposed to advocate more conscious and ethical consumption. I am writing this blog, because I want factory farming and any form of cruel animal breeding to become a dark, but closed chapter in our history books, as soon as possible.

We don’t have all to become vegan over night. But I know we all can do better than choosing a vegetarian dish from time to time. That is not enough!

„Can’t we just all buy animal products from organic farming?“

This is an important step. Yet, don’t forget to lower your consumption considerably, at the same time.
If we consumed animal products to the same extent as now, our need could never be covered by organic products. Not, if we are making highest demands on this form of breeding. ‘Organic’ products with guidelines, just slightly less barbaric than the conventional ones are not enough.

The only way out of this nightmarish calamity: We as a society have to cut back our consumption of animal products drastically. This is easy, when we learn more about a plant based diet. Vegans can teach us, how this can be done, without having to cut back on pleasure and joy of life.

My contribution

For people, who do no longer agree with the ways we are treating animals, I want to gather information, how to bring our actions in agreement with our beliefs. Next to recipes and tips I would also like to share thoughts on why, at times, it is very hard for us to change and what can help us to make change doable.

With this blog I want to inspire you to consciously add more space for integrity, responsibility and compassion to your life.
I am positive about one thing:

It will improve quality of life. For animals and for you.

posted under
7 Comments to

“Warum?
About this blog…”

  1. Avatar Mai 2nd, 2011 at 12:48 Colet Says:

    Hallo zusammen,
    mein Motto ist: Ich esse meinen Dackel nicht und also auch keine anderen Tiere (jaja, mein Dackel isst Tiere, aber dafür kann er auch nicht bloggen). Ich möchte in meinem Blick auf Tiere keine Wertung aufkommen lassen. Du, Rind, bist nicht so “niedlich” wie Hund/ Katze/ Hamster, also kommst du auf den Teller. Du, Schwein, liegst nicht bei mir auf dem Sofa und schaust mich mit treuen Augen an, also darf ich dich quälen lassen.
    Ich gebe Fleisch essenden Haustier-Besitzern oft den Tipp: Führst euch vor Augen, was in der industriellen Tierproduktion mit Lebewesen getan wird und stellt euch vor, es wäre euer Hund, eure Katze. Es ist so leicht, seinen tierischen Speisezettel zu reduzieren und sich mit anderen Nahrungsmitteln zu bereichern!
    Liebe Grüße
    Colet


  2. Avatar Mai 2nd, 2011 at 13:07 Frau Springinsfeld Says:

    Da triffst du den Nagel auf den Kopf, so funktioniert das Ganze: Die einen sind unsere besten Freunde, die anderen Produktionsmittel. Mit der Kategorisierung kriegt man den Spagat im Kopf hin.
    Ich habe mal eine sehr treffende Postkarte gesehen: Zwei Pappschachteln waren darauf gemalt, jeweils mit niedlichen Küken drin. Auf der einen Schachtel stand “Zum Liebhaben”, auf der anderen “Viehfutter”.
    Willkommen auf meinem Blog und danke für deinen Kommentar, Colet!


  3. Avatar Mai 3rd, 2011 at 15:04 Colet Says:

    Nun war gestern eine Sendung mit einem bekannten Fernsehkoch im TV, wo es um bewussten, bzw. reduzierten Fleischkonsum ging. Ich dachte mir: Interessant, da schau ich mal rein. Dann sah ich einen Vorabbericht, wo besagter Koch an einem Bio-Schwein vorbei geht, auf den Schenkel klopft und sagt: Lecker!
    Das soll ein Beitrag zum Umdenken sein? Den Bericht habe ich mir dann nicht angesehen.
    LG
    Colet


  4. Avatar Mai 3rd, 2011 at 17:18 Frau Springinsfeld Says:

    Ich habe da kurz reingeschaut und bald wieder ausgeschaltet.

    Da war z.B. eine Famlie, die verrückt nach Fleisch ist. Sie quälte sich für die Sendung durch eine fleischlose Zeit und saß am Ende, zu Tränen der Dankbarkeit gerührt, vor einem riesigen Leberkäse und stopfte glückselig Schinken in sich rein – aber gelernt haben sie, dass sie man vielleicht doch auch mal weniger Fleisch essen könnte. Ja, klar, so einmal im Monat vielleicht…

    Diese Botschaft, dass neben Fleisch alles nur zur erbärmlichen Beilage verblassen kann, nervt mich maßlos. Klar ist Fleisch kulinarisch interessant, neben tausend anderen pflanzlichen Nahrungsmittel, mit denen man weniger Schaden an fühlenden Wesen und der Welt anrichtet.

    Diese kalter-Entzug-Experimente werden bei solchen Sendungen gerne gemacht. Und natürlich mit Leuten, die immer sehr viel Fleisch essen und dann plötzlich gar nicht mehr ‘dürfen’, um kamerawirksam die persönliche Hölle zu durchleben.
    Das steigert angeblich den Unterhaltungswert – geistiger Nährwert und hilfreiche Information gleich Null.

    Okay, ich atme jetzt tief durch. Schschschsch…Fernsehen ist nicht mehr gut für meine Nerven, seit ich für das Thema sensibilisiert bin.


  5. Avatar Mai 4th, 2011 at 11:34 Colet Says:

    Ja, nach der Vorschau war zu befürchten, dass es darauf hinaus läuft: Rettung durch Schnitzel – was umso lächerlicher ist, da das industriell gefertigte Fleisch zu einem Großteil aus Wasser besteht: Oh mein Gott, ich musste x-Tage ohne Wasser mit Antibiotikum auskommen!
    Der Geschmack kommt durchs Würzen ans Fleisch. Bei Gemüse hebt und variieren Gewürze und Kräuter den Geschmack (dafür gibt es hier auf der Seite ja auch tolle Tipps). Konsumenten, die Gemüse aber bisher als Nahrungsmittel 2.Klasse angesehen haben, kennen außer Pfeffer und Salz nicht viel fürs Gemüse (oder die Tütensauce). Klar, dass das dann fad bleibt. Bei einem fairen Experiment müsste man die Leute daher ein bis zwei Wochen lang halb rohes Fleisch mit einer Prise Salz essen lassen, das würde dann sicher keiner vermissen und jubelnd die in Baslikum gedünsteten Kartoffeln begrüßen.
    Grüße von
    Colet


  6. Avatar Mai 4th, 2011 at 12:07 Frau Springinsfeld Says:

    Yep. Den kreativen Fokus verschieben und mal Neues ausprobieren. Das wär doch mal ‘ne Ansage…


  7. Avatar Mai 5th, 2011 at 13:27 Frau Springinsfeld Says:

    Hallo Colet!
    Vielleicht interessiert dich ja auch diese Kritik und Diskussion zur Sendung:
    http://pseudoerbse.wordpress.com/2011/05/04/deutschland-isst-mit-tim-malzer/
    Liebe Grüße,
    Frau S.


Email will not be published

Website example

Your Comment: